Kooperationen leben

Hilfestellung für die Praxis

 

In acht Schritten ins Jugendbegleiter-Programm

 

Die Organisation

(1) klärt, ob sie sich am Jugendbegleiter-Programm beteiligen will

(2) benennt eine verantwortliche Person für die Kooperation

(3) überlegt, welches Angebot sie bereitstellen kann

(4) prüft, ob sie die nötigen Voraussetzungen kontinuierlich bieten kann

(5) knüpft Kontakte zu einer oder mehreren Schulen, um das Interesse und den Bedarf an möglichen Angeboten zu erfragen. (Hinweis: Auf der Homepage Bildungsnetzwerke-BW.de kann man gezielt nach Schulen suchen, die Interesse an Kooperationen haben - auch in bestimmten Themengebieten.)

(6) formuliert ihr Angebot (z. B. in Form eines Konzepts) und stellt es den interessierten Schulen vor

(7) trifft interne Absprachen mit den Jugendbegleiterinnen und Jugendbegleitern der eigenen Organisation über Inhalt, Umfang, Vertretungsregelung

(8) schließt eine Kooperationsvereinbarung mit der ausgewählten Schule

 

Falls Sie Interesse haben, sich als außerschulischer Bildungspartner an einer Jugendbegleiter-Schule zu engagieren, sollten Sie folgende Punkte (vorab) klären.

 

Voraussetzungen in der Organisation 

 

  • Wie viele Personen stehen für ein Jugendbegleiter-Angebot zur Verfügung?  Wer hat wie viel Zeit, um sich einzubringen?
  • Sind die Personen grundsätzlich für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen qualifiziert? (z. B. pädagogische Grundkenntnisse, organisatorische und administrative Kompetenzen, Kooperationsbereitschaft und Konfliktfähigkeit)
  • Wer kann welche Inhalte vermitteln/Betreuungsaufgaben übernehmen?
  • Können wir ein kontinuierliches Angebot garantieren?
  • Können wir für dieses Angebot neue Ehrenamtliche gewinnen?
  • Wer ist bereit, die Verantwortung für die Kooperation zu übernehmen, und dient als Ansprechperson?

 

Falls Sie als außerschulischer Bildungspartner bereits in Kontakt mit einer Schule stehen und Sie ein Jugendbegleiter-Angebot planen, helfen Ihnen folgende Fragen bei dessen Ausarbeitung:

 

  • Wie ist der Bedarf an der Schule, an der das Angebot stattfinden soll? (Interesse der Schülerschaft/Eltern/Lehrerschaft, bereits bestehende Angebote etc.)
  • An welche Altersgruppe richtet sich das eigene Angebot?
  • Wie viele Personen können an dem Angebot teilnehmen?
  • An welchem Wochentag und um welche Uhrzeit kann es stattfinden? (Verfügbarkeit von Räumen, Nachmittagsunterricht der Schülerschaft, eigene Ressourcen etc.)
  • Wie lange dauert eine Einheit?
  • Über welchen Zeitraum erstreckt sich das Angebot?

 

Praxisbeispiele:

 

1. Württembergischer Landessportbund (WLSB)

 

Der WLSB ist nicht nur Partner der Sportvereine, sondern auch Initiator lokaler Zusammenarbeit zwischen Schulen und Sportvereinen. In Anbetracht des Wandels des Schulalltags, bei dem Kinder und Jugendliche vermehrt die Nachmittage an der Schule verbringen, empfinden viele Sportvereine die Kooperation mit Schulen als eine sinnvolle und notwendige Aufgabe. Der Landessportbund unterstützt Vereine und Schulen dabei, z. B. informiert er in seiner Broschüre „Herausforderung Ganztag“ über bestehende Partnerschaften und gibt praktische Tipps für die Zusammenarbeit von Sportvereinen und Schulen. Die Broschüre finden Sie auf der Internetseite des WLSB.

 

2. „Jugendbegleiter aus der Wirtschaft“ – Bildungsnetzwerk Schule/Wirtschaft (IHK Ulm)

 

15 Schülerinnen und Schüler des Joachim-Hahn-Gymnasiums haben innerhalb eines Schulhalbjahrs mit zwei Jugendbegleitern – Tanja Kraus von der Volksbank Blaubeuren und Volker Rath von der artiso solutions GmbH – eine Werbekampagne entwickelt. Den Kontakt zwischen Schule und Jugendbegleitern stellte die IHK Ulm her.

Die Schülerinnen und Schüler entwarfen für die Zielgruppe der 18- bis 35-Jährigen Werbestrategien für die Riester-Rente, die von der Entwicklung markanter Slogans über das Texten eines Hip-Hop-Songs bis zu einer Werbeaktion reichten. Neben Grundlagenwissen aus den Bereichen Marketing, Aktien, Wertpapiere, Depot sowie BWL haben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Angebots auch Einblicke in aktuelle Themen wie die Finanz- und Bankenkrise erhalten.

 

3. Die IHK Stuttgart und die Condor Computer GmbH an der Schloss-Realschule in Stuttgart

 

Mit der Überschrift „Wirtschaft hilft Schule“ wirbt die IHK Stuttgart in ihren Betrieben für eine Beteiligung am Jugendbegleiter-Programm. Ein aktiver Betrieb ist die Condor Computer GmbH (CCP), die ihre Azubis als sogenannte PC-Paten an die Schulen entsendet.

Das Jugendbegleiter-Angebot startete mit Gesprächen, bei denen die Firmen- und Ausbildungsleitung der CCP die gemeinsame Zielsetzung mit der Schulleitung der Schloss-Realschule und dem dortigen Projektleiter erarbeitete. Ein Hauptaugenmerk des Angebots war die regelmäßige Aktualisierung der schuleigenen Homepage sowie die Befähigung der Schülerinnen und Schüler, die Inhalte und das Erscheinungsbild der Homepage selbstständig zu pflegen.

Die Firma CCP stellte für das Jugendbegleiter-Angebot sechs Azubis zur Verfügung, um Ausfälle einzelner Auszubildender durch Urlaub, Krankheit oder den Besuch der Berufsschule auszugleichen und ein regelmäßig stattfindendes Jugendbegleiter-Angebot zu gewährleisten. Auch die Auszubildenden selbst profitierten von ihrer Tätigkeit als Jugendbegleiterin oder Jugendbegleiter und schulten ihre Teamfähigkeit, strukturiertes Arbeiten und das Führen von Gruppen.